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Via Clune, 12, 25083 Gardone RivieraEUR 85 - 460

Gästebewertung: N/A
Das Hotel Villa Montefiori mit 3 Jugendstilvillen, einem modernen Gebäude und einem Turm aus dem 15. Jahrhundert liegt inmitten einer grünen Parkanl… More
Via Zanardelli 107, 25083 Gardone RivieraEUR 250 - 520

Gästebewertung: N/A
Das Hotel Villa del Sogno befindet sich auf einem wunderschönen, grünen Grundstück, das runter zum See führt. Das Haus besticht durch den Charme d… More
EUR 170 - 235

Hotel Villa Capri

Via Zanardelli 172, 25083 Gardone RivieraEUR 170 - 235

Gästebewertung: N/A
Featuring spacious, elegantly furnished rooms with Lake-Garda views, Hotel Villa Capri has an outdoor pool set in 10,000 m² of gardens. Located in Ga… More
EUR 40 - 110

Hotel Touring

Via Zanardelli 145, 25083 Gardone RivieraEUR 40 - 110

Gästebewertung: N/A
Das Hotel Touring bietet Ihnen gepflegte, komfortable Zimmer nur 50 Meter vom See entfernt. Hier wohnen Sie im Herzen von Fasano del Garda. Vom Museum… More
EUR 77 - 190

La Villa Fasano

Via Magria 16, 25080 Gardone RivieraEUR 77 - 190

Gästebewertung: N/A
La Villa Fasano features a rooftop terrace and self-catering apartments with private balcony or patio, offering magnificent views of Lake Garda. Its l… More
Via Della Chiesa 47, 25083 Gardone RivieraEUR 85 - 226

Gästebewertung: N/A
Nur 500 m vom Gardasee entfernt bietet das Country House & Resort einen zauberhaften Panoramablick auf Gardone Riviera. Freuen Sie sich auch auf einen… More
EUR 72 - 270

Villa Sofia Hotel

Via Cornella 9, 25083 Gardone RivieraEUR 72 - 270

Gästebewertung: N/A
Das elegante Hotel Villa Sophia ist ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert in schöner, ruhiger Lage in Gardone Riviera. Das verfügt neben 35 Zimmern … More
EUR 100 - 270

Villa Mughetto

Via Podini Mario, 25083 Gardone RivieraEUR 100 - 270

Gästebewertung: N/A
Villa Mughetto features modern air-conditioned apartments with balconies or patios overlooking Lake Garda. Dating back to the 1900s, it is near the sm… More
Via Panoramica 8, 25083 Gardone RivieraEUR 70 - 295

Gästebewertung: N/A
Das Hotel Residence Borgo Degli Ulivi liegt nur wenige hundert Meter vom Zentrum von Gardona Riviera entfernt und ist von einem wunderschönen, ruhige… More
EUR 81 - 330

Hotel Savoy Palace

Via Zanardelli 2/4, 25083 Gardone RivieraEUR 81 - 330

Gästebewertung: N/A
Dieses berühmte Jugendstil-Hotel besticht durch seine wunderschöne Lage am Gardasee. Es ist der ideale Ort, um Ruhe und Erholung mitten im Zentrum v… More
Corso Zanardelli 113, 25083 Gardone RivieraEUR 140 - 380

Gästebewertung: N/A
Mit erstklassigem Service und Panoramablick auf den Gardasee liegt das Hotel Florida Residence, umgeben von 6 Hektar Olivenhainen und Blumengärten am… More
EUR 119 - 320

Grand Hotel Gardone

Via Zanardelli 84, 25083 Gardone RivieraEUR 119 - 320

Gästebewertung: N/A
Das im Jahr 1884 erbaute Hotel genießt eine bevorzugte Lage mit Blick auf das Westufer des Gardasees und bietet eine entspannte Atmosphäre in elegan… More
EUR 260 - 330

Grand Hotel Fasano

Via Zanardelli 190, 25083 Gardone RivieraEUR 260 - 330

Gästebewertung: N/A
Das historische Grand Hotel Fasano liegt direkt am Seeufer und bietet ein modernes Wellnesscenter und einen 12.000 m² großen Park mit Swimmingpool u… More
EUR 90 - 110

Due Di Moro

Via Ceriolo 25 Gardone Riviera, 25083 Gardone RivieraEUR 90 - 110

Gästebewertung: N/A
Set in Gardone Riviera amongst 12,000 m² of olive groves, Due Di Moro offers rustic accommodation and large gardens with a swimming pool and free car… More
EUR 60 - 70

B&B Taverna

Via Cipani 5, 25083 Gardone RivieraEUR 60 - 70

Gästebewertung: N/A
All rooms of the Taverna offer classic-style furnishings, free Wi-Fi and views of Lake Garda. The B&B is located in Fasano Di Gardone Riviera, just 50… More
EUR 200 - 650

Hotel Bella Riva

Via Podini Mario 1/2, 25083 Gardone RivieraEUR 200 - 650

Gästebewertung: N/A
Das Hotel Bella Riva liegt direkt am Ufer des Gardasees. Dieses luxuriöse 5-Sterne-Hotel ist von einem großen Garten mit Swimmingpool und Grillecke … More
EUR 105 - 120

Hotel Bellevue

Via Zanardelli, 40, 25083 Gardone RivieraEUR 105 - 120

Gästebewertung: N/A
Inmitten einer herrlichen mediterranen Gartenlandschaft gelegen, begrüßt Sie das Hotel Bellevue an einem attraktiven Standort zu Ihrem Aufenthalt in… More
EUR 55 - 112

Hotel Du Lac

Repubblica 58, 25083 Gardone RivieraEUR 55 - 112

Gästebewertung: N/A
Das Hotel Du Lac mit einfachen Unterkünften und einem freundlichen Personal empfängt Sie in Gardone Riviera. Hier wohnen Sie in wunderschöner Panor… More
EUR 80 - 80

Hotel Diana

Lungolago D´Annunzio 30, 25083 Gardone RivieraEUR 80 - 80

Gästebewertung: N/A
Das Hotel Diana liegt an der Seeprommenade Gabriele D´Annunzio, inmitten von Orangenbäumen und bunten Blumen. Alle Zimmer haben einen Balkon un… More
EUR 40 - 80

Hotel Colomber

Via val di sur 111, 25083 Gardone RivieraEUR 40 - 80

Gästebewertung: N/A
Das seit 1928 von der Familie Bertella geführte Hotel Colomber mit komfortablen Zimmern befindet sich in den Hügeln oberhalb von Gardone Riviera, nu… More
EUR 40 - 150

Atelier Hotel

Corso Zanardelli 26, 25083 Gardone RivieraEUR 40 - 150

Gästebewertung: N/A
Am Ufer des Gardasees liegt das Atelier Hotel im schönen Gardone Riviera. Freuen Sie sich auf die schöne Aussicht über den See von der Dachterrasse… More
 

Gardone Riviera: Guide



Gardone Riviera ist eine Gemeinde am Westufer des Gardasees mit 2502 Einwohnern nahe Salò. Es besteht aus den Ortsteilen Gardone Sotto und Gardone Sopra. Die Hügel, die das Dorf umschließen, verschaffen ihm ein durch seine Milde gekennzeichnetes Mikroklima. Dadurch verwandelte sich Gardone gleichsam zu einem botanischen Garten, in dem sich mitteleuropäische und mediterrane Vegetation abwechseln. Es wachsen beispielsweise Zitruspflanzen, Zypressen und Agaven. Deshalb gibt es in der Gemeinde auch zahlreiche Parks und Gärten.

Lage


Gardone liegt auf der westlichen Seite des Gardasees. Die acht Gemeinden Limone sul Garda, Tremosine, Tignale, Gargnano, Toscolano Maderno, Magasa, Gardone und Salò bilden die „Riviera dei limoni“ – die „Zitronenriviera“.

Geschichte


Von 1337 bis 1797 gehörte Gardone Riviera zur „Magnifica Patria“ mit dem Regierungssitz Salò.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Gardone Riviera ein Kurort. Deutsche Ärzte rühmten die therapeutischen Eigenschaften seines Klimas, das besonders für längere Aufenthalte empfohlen wurde. Aus diesem Grund wollte der Österreicher Ludwig Wimmer das erste größere Hotel am See bauen. Als er im Jahr 1881 Bürgermeister Gardones wurde, fing er an, für die Gemeinde zu werben – und das mit Erfolg. Innerhalb von ein paar Jahren wurde es zu einem Kurort von internationaler Größe. Von 1921 bis 1938 lebte Gabriele d'Annunzio, einer der bekanntesten Dichter und Schriftsteller der italienischen Literatur des 20. Jahrhunderts, hier. Während der Zeit der Republik von Salò wurden die großen Hotels und Villen Sitz von Kommandostellen, Botschaften und Lazaretten.


Sehenswürdigkeiten


Il Vittoriale degli Italiani


Der Il Vittoriale degli Italiani|Vittoriale war das Anwesen des italienischen Dichters Gabriele D'Annunzio, das er von 1921 bis 1938 bewohnte. Heute ist der Monumentalkomplex ein weiträumiges Museum auf einer Fläche von neun Hektar.

Das Vittoriale oder - wie es genauer heißt - das „Il Vittoriale degli Italiani“ ist das pompöse Zuhause eines großen italienischen Romanciers, Gabriele d’Annunzio, der als einziger italienischer Dichter in dem Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg internationalen Ruhm genoss (D’Annunzio, Gabriele: Monographie von Maria Gazzetti. Hamburg 1989, S. 7). Der malerische Komplex befindet sich in Gardone auf einem mit Olivenbäumen, Oleander und Zypressen bedeckten Hügel.

Wörtlich übersetzt müsste das „Vittoriale“ ungefähr „Siegerdenkmal der Italiener“ heißen und in dieser Bezeichnung klingt schon die ganze Hybris, die kolossale Selbstüberschätzung an, die diesen Dichter dazu trieb, seinem privaten Wohnhaus den Rang eines Nationaldenkmals zuzuschreiben. Und dementsprechend widersprüchlich sind auch die Bewertungen in der Kunstgeschichte diesem Ort und seinem Schöpfer gegenüber, der ein persönlicher Freund Mussolinis gewesen war (Willemsen, Roger: Die Abruzzen. Das Bergland im Herzen Italiens. Kunst, Kultur und Geschichte. Köln 1990, S. 296 ff.) Er war eines der schrillsten Phänomene der europäischen Kulturwelt der Jahrhundertwende und dementsprechend faszinierend ist diese Wohnanlage und unbedingt einen Besuch wert, auch wenn man seine Bücher nicht schätzt.

Gabriele d’Annunzio wurde 1863 geboren und starb hier im Jahr 1938. In seinen Schriften huldigte er einem fast schon heidnischen Sinnen- und Schönheitskult, der sich in dieser Anlage auch intensiv niedergeschlagen hat. D’Annunzio gehörte zu den wortgewaltigsten italienischen Lyrikern und war mit einigen bedeutenden Frauen liiert, u. a. mit Eleonora Duse, der führenden Schauspielerin ihrer Zeit. Aber D’Annunzio machte nicht nur als Dichter von sich reden, sondern auch als Soldat und Politiker. Es handelt sich beim Vittoriale nicht um ein schlichtes Haus, sondern um eine ausgedehnte Anlage in mehreren Teilen.

Im Eingangsbereich der Anlage liegt der Platz des Sieges von Piave. Gemeint ist eine Schlacht während des ersten Weltkrieges an dem Fluss Piave im Nordosten Italiens nördlich von Venedig. Die Säule ist einem Brückenpfeiler nachgebildet und wird überragt von der Bronzestatue der sog. Siegesgöttin von Piave, allerdings mit gebundenen Füßen. Denn die Säule ist das Symbol der Verteidigungslinie, die von den italienischen Soldaten ein Jahr lang, von November 1917 bis Oktober 1918, umkämpft wurde. In diesen zwölf Monaten lag der italienische Sieg sozusagen in Ketten, wie es die Statue sinnbildlich darstellt. Mit solchen etwas exaltierten Symbolismen ist die gesamte Anlage voll gestellt. Die Säule ist übrigens das Geschenk der Stadt Mailand an den Dichter im Jahr 1935. Daran sieht man, für wie bedeutsam man damals D’Annunzio gehalten hat.

Ein eigenes Freilichttheater befindet sich ebenfalls auf dem Gelände. Es wurde zwar 1930 entworfen, aber erst am 8. August 1953 mit einem Konzert der Mailänder Scala eröffnet. Es bietet Platz für 1500 Besucher. Die hinteren Sitzreihen grenzen direkt an die Trakte des Wohnhauses.

Das mehrteilige Wohnhaus ist ganz in einem sehr schönen Farbdreiklang von Weiß, Ockergelb und Dunkelrot gehalten. D’Annunzio hat diese Villa nicht vollständig neu gebaut: Er übernahm sie 1921, nachdem sie vorher dem deutschen Kunsthistoriker Henry Thode gehört hatte, der mit Daniela von Bülow, der Tochter Cosima Wagners, verheiratet war. Der war nach dem Weltkrieg in Italien enteignet worden. Hier hatte sich eine rein zufällige Verbindung ergeben zwischen der Familie Richard Wagners und D’Annunzio, der die Musik Wagners schon als junger Mann verehrte und ihm später einige Hymnen widmete – allerdings in einer Art, dass Thomas Mann ihn den „Affen Wagners“ nannte.

D’Annunzio ließ die Anlage vom Architekten Gian Carlo Maroni nach und nach umbauen und erweitern und hinterließ schließlich 1938 im Jahr seines Todes das nunmehr „Vittoriale“ genannte Anwesen dem italienischen Volk. Er war 1921, als er hier einzog, bereits 58 Jahre alt gewesen und seine dichterisch produktive Zeit lag hinter ihm. Das Vittoriale ist also sein Alterssitz.

Elemente der Renaissance als dem typischen italienischen Nationalstil werden hier am Wohnhaus deutlich, aber auch die herbe Ästhetik des Faschismus, der ja in Italien längst nicht diese künstlerisch miefige Engstirnigkeit hatte wie in Deutschland.

Im Gegenteil wird hier die lange mediterrane Tradition des offenen Bauens fortgesetzt. Aber in einigen Details wird die soldatisch-strenge Grundhaltung deutlich wie beispielsweise in der betonten Geradlinigkeit der architektonischen Elemente. Hier wird die Tendenz zu den mathematisch-abstrakten Formen deutlich – ohne jede Bewegung und ohne jede Dekoration, die auch die Architektur Albert Speers im Dritten Reich kennzeichnet. Nicht umsonst steht hier keine einzige Blume, was sich ja eigentlich anbieten würde.

Die Innenräume sind auffallend dunkel und ausgesucht pompös überladen. Aber einen sehr individuellen Kunstgeschmack und Sinn für Konsequenz in der Gesamteinrichtung kann man D’Annunzio nicht absprechen. Solche Räume findet man nicht in den Katalogen von Einrichtungshäusern.

Eine solche Einrichtung steht in einem diametralen Gegensatz beispielsweise zur Einrichtung von Friedrich Nietzsches Zimmer in Sils Maria. Dieser Vergleich bietet sich deswegen an, weil D’Annunzio in seinen späteren Jahren zu einem Verehrer dieses großen deutschen Psychologen wurde und ihn zunehmend gegen Richard Wagner setzte. Nietzsche repräsentierte für ihn die wachsende Lebenskraft, Wagner dagegen wurde zum Inbegriff des dekadenten Künstlers. In Nietzsche sah er den Prediger einer neuen Rasse der Edlen und Freien, die gegen die Moral der Bürger und der Massen kämpfen sollte (D’Annunzio, Gabriele: Monographie von Maria Gazzetti. Hamburg 1989, S. 51).

Und entsprechend elitär ist die gesamte Anlage von der Umgebung abgetrennt und die Inneneinrichtung deutlich vom Durchschnittsgeschmack abgehoben. In seinen Werken hat D’Annunzio einen solchen Wohnstil hymnisch gefeiert und Teile der italienischen Bourgeoisie haben zeitweise versucht, ihre Wohnungen ähnlich einzurichten. Eines von D’Annunzios besten Werken, „Die Unschuld“ („L’Innocente“), wurde 1975 von Luchino Visconti verfilmt, wobei dieser aufwändige, prunkhafte Lebens- und Wohnstil sorgfältig rekonstruiert wurde.

Bertold Brecht meinte dazu: „Auch seine Provokationen könnte man mit Opuszahlen versehen herausgeben. Seine Eitelkeit ist der Selbstgefälligkeit Hollywoods turmhoch überlegen und sein ganzer Lebensstil, der immerhin nicht nur der Arbeit, sondern auch der Ausschweifung etwas Produktives verleiht.“

Dass ein solcher Mann wie Gabriele d’Annunzio nicht in einem schlichten Grab bestattet wird, versteht sich nach allem bisher Gesehenen von selbst. In ein sog. Mausoleum wurde der Leichnam d’Annunzios im Juni 1963, 25 Jahre nach seinem Tod und 100 Jahre nach seiner Geburt verlegt. Hier liegt er erhöht mitten im Kreis von zehn Kriegskameraden, die mit ihm 1918 um die Adriastadt Fiume – südlich von Triest in Istrien – gekämpft hatten, wo er 16 Monate lang unumschränkter Kommandant gewesen war, ohne verhindern zu können, dass Fiume schließlich doch Jugoslawien zugeschlagen wurde.

Der Krieg und seine Heroisierung hatten in Leben und Werk d’Annunzios eine zentrale Rolle gespielt. Er selbst war begeisterter Soldat im 1. Weltkrieg. Allerdings bewegten sich auch hier seine Hoffnungen häufig weit jenseits der erreichbaren Realität. Geradezu legendär geworden ist d’Annunzios Propagandaflug – allein mit einem Co-Piloten – über Wien, also der Hauptstadt des Kriegsgegners Österreich am 9. August 1918, also kurz vor dem Ende des 1. Weltkrieges. Vom Flugzeug aus ließ er keine Bomben, sondern Tausende von Flugblätter auf Wien herabflattern, die mit den Farben der italienischen Fahne bedruckt waren. Der Text fasste in reißerischen Propagandaparolen die sozialen und politischen Ansprüche Italiens zusammen, und am Schluss stand auf italienisch: Das Drohen der Schwinge des jungen italienischen Adlers gleicht nicht der finsteren Bronze im morgendlichen Licht. Die unbekümmerte Kühnheit wirft über den Heiligen Sankt Stephan und den Graben das unwiderstehliche Wort, Wiener! Viva l’Italia. (D’Annunzio, Gabriele: Monographie von Maria Gazzetti. Hamburg 1989, S. 105)

Damals spielte die Luftwaffe im Krieg noch keine nennenswerte Rolle. Man kannte das nicht: feindliche Flugzeuge am Himmel. Jetzt konnten sich die Wiener urplötzlich in ihrem Hinterland nicht mehr sicher fühlen. Ein Kriegsflugzeug, mit der italienischen Trikolore bemalt, flog am helllichten Tag über ihre Straßen. Trotz der Verschanzungen rings um die Stadt kam die Bedrohung nun vom Himmel. Dabei hätte das Flugzeug auch Bomben abwerfen können. Der Eindruck dieser fliegerischen Leistung war in der ganzen Welt beträchtlich. Das zugehörige Flugzeug befindet sich heute ebenfalls im Vittoriale in einem gesonderten Museum - künstlich an der Decke hängend (Bei einer harten Landung verlor er durch einen Steinsplitter das rechte Auge).

Aber die wirklich surrealste Idee dieser ungewöhnlichen Wohn- und Denkmalanlage ist die „Puglia“ – ein großes Schiff mitten im Park zwischen den Zypressen. Dieses Schiff ist 1921 auf einem Felsen an der jugoslawischen Adriaküsten gestrandet. Die genaue Geschichte ist folgende und für Gabriele d’Annunzio überaus typisch:

Mit einer Privatstreitmacht von 2500 Söldnern besetzte er am 12. September 1919 – also knapp nach dem Ersten Weltkrieg – die dalmatinische Stadt Fiume (Rijeka) und errichteten ein 470 Tage währendes Regime, das an Theatralik kaum zu überbieten war, eine Art politische Schnulzen-Operette. D’Annunzio ließ Altäre für Götter und Göttinnen bauen, ließ imaginäre Begräbnisse seiner Gegner veranstalten und Toscanini mitsamt Orchester eine gespielte Schlacht musikalisch untermalen.

Während dieser Zeit sind am 10. Juli 1920 der Kapitän dieses Schiffes „Puglia“ und der Maschinist mit Harpunen an Land gestürzt, als einige Matrosen während eines Waffenstillstandes in Spalato, dem späteren Split, an Land gegangen waren und dort in Schwierigkeiten kamen. Beide fanden den Tod. Zumindest der Tod des Kapitäns wäre wahrscheinlich nicht unbedingt notwendig gewesen, wenn nicht folgende Episode passiert wäre, die D’Annunzio besonders beeindruckend fand. Dieser Kapitän hatte sich nämlich entgegen dem dringenden Rat des Arztes seine Verbände abgerissen, um seine Wunden sehen zu können. Das sollte auch Italien tun – sagte der Dichter – die eigenen Verwundungen anschauen und nicht verstecken: eine reichlich gezwungene symbolische Gleichsetzung.

Diese politische Eskapade wurde zu Weihnachten 1920 durch gezielte Schüsse des Schlachtschiffes „Andrea Doria“ auf den Regierungssitz d’Annunzios beendet.

Im folgenden Jahr 1921 bat D’Annunzio – hier von Gardone aus – die Marine um das abgerüstete Schiff: es wurde ihm – als einem bedeutenden ehemaligen Kommandanten – geschenkt. Der vordere Teil wurde abmontiert und mit 20 Eisenbahnwaggons zum Vittoriale transportiert, wo es von den hart arbeitenden Ingenieuren wieder aufgebaut wurde. Der Bug des Schiffes ist mit einer bronzenen Galionsfigur geschmückt, die den geflügelten Sieg darstellt.

Mit ungefähr 200.000 Besuchern im Jahr zählt der Vittoriale zu den bestbesuchten Museen Italiens.

Der botanische Garten (Giardino Botanico A. Hruska)


Der 10.000 m² große Garten wurde im Jahr 1910 von dem Naturforscher und Arzt Professor Arthur Hruska angelegt. Bis 1971 hat er hier mehr als 2000 Pflanzenarten angesiedelt. 1988 hat der Künstler André Heller das Grundstück erworben und hat auch einen Wohnsitz in der Villa.

Villa Alba


Das Monumentalgebäude im neoklassizistischen Stil sollte Herberge für den österreichischen Kaiser werden, doch der Erste Weltkrieg verhinderte das. Heute ist die Villa ein Kongresszentrum.

Weblinks


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