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Hauptstrasse 171, 7546 ArdezEUR 67 - 150

Gästebewertung: N/A
Schorta´s Alvetern im typischen Engadiner Dorf Ardez mit seinen historischen Sgraffitohäusern bietet Ihnen gute Bündner Küche, kostenfreien I… More
CHF 65 - 190

Hotel Muntanella

Brölet 34, 7546 ArdezEUR 54 - 158

Gästebewertung: N/A
In 5 Gehminuten Entfernung zum Bahnhof von Ardez genießt das Hotel Muntanella eine ruhige Lage mit Panoramablick auf das Dorf. In der Lobby steht Ihn… More
 

Ardez: Guide


Ardez ist eine Gemeinde im Sur Tasna (Kreis)|Kreis Sur Tasna, Inn (Bezirk)|Bezirk Inn des Schweizer Kanton Graubünden|Kantons Graubünden.


Wappen


Beschreibung: Geteilt von Silber (Weiß) und Schwarz, in Silber ein halber schwarzer, rot bewehrter Steinbock, in Schwarz ein silbernes Tatzenkreuz. Wappenbild nach einem Siegel des 19. Jahrhunderts.

Geographie


Ardez liegt auf der linken Talseite des Nationalparkgrenze im Süden (Piz Sampuoir und der höchste Punkte der Gemeinde: Piz Plavna dadaint, 3166 m). Dazu gehören die südlich des Inn gelegenen Seitentäler Val Nuna und Val Sampuoir und auf der nördlichen Talseite das Val Tasna. Die Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Ftan, Tarasp, Zernez, Lavin, Guarda und das das österreichische Galtür. Der Ardezer Boden reichte noch um 1900 bis ins Montafon (Vorarlberg) und ins Paznauntal (Tirol).

Die Ardezer Landschaft liegt eingebettet zwischen den Triasdolomit und die Liasgesteine von Schloss Steinsberg. Westlich des Dorfes sind Sandkalke des Neokon von jüngeren Kreide (Geologie)|Kreideniveaus (Weg nach Bos-cha) überlagert.

Bevölkerung


Bevölkerungsentwicklung


Die Bevölkerungsentwicklung verlief ziemlich stabil. 1780 waren es 531 Einwohner, im Jahr 1900 612. Einen Höhepunkt gab es 1910 infolge des Bahnbaus mit 1005 Einwohnern und einen Tiefstand 1980 mit 383 Einwohnern.

Sprachen


Die Bündnerromanisch|bündnerromanische Mundart Vallader ist bis heute die Sprache einer grossen Bevölkerungsmehrheit geblieben. Sie wird auch von der Gemeinde und der Schule unterstützt. Daher gaben 1990 84.7% und 2000 gar 88.8% der Einwohnerschaft an, Romanisch zu verstehen. Bis 1900 war die Gemeinde sogar fast einsprachig (1880 94.5%, 1900 93.79%). Dieser Anteil sank zwar seither, doch bis 1980 nur unwesentlich (1941 84.5%, 1980 82.51%). In den 1980er-Jahren konnten die Deutschsprachigen ein wenig zulegen, wie folgende Tabelle aufzeigt:

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Religionen und Konfessionen


Die Bürger traten 1538 zur protestantischen Lehre über.

Herkunft und Nationalität


Von den Ende 2005 431 Bewohnern waren 394 (= 91.42 %) Schweizer Staatsangehörige.

Geschichte


Prähistorische Funde gab es bei Bos-cha (Urbar erwähnt. Der Bau der Burg Steinsberg fällt vermutlich in die Zeit Karl der Grosse|Karls des Grossen. Die Herren de Ardetz lebten nachweislich von 1161-1310. 1209 erwarb der Churer Bischof Reinher von Torre die Burg. Steinsberg wurde zunächst Kirchenkastell (Luziusstein; Kirche St. Luzi auf dem Burghügel) und ab dem 12. Jh. Feudalsitz. Zum Schutz von Rechte und Freiheiten gründete die Bevölkerung 1367 den Gotteshausbund in Zernez. Im Rahmen des Schwabenkrieges zerstörten die Österreicher 1499 das Dorf Ardez und die Burg. Im 16. Jh. wurde die Fahne des Unterengadins in Ardez aufbewahrt. Die Gemeinden besassen ein hohes Mass an Souveränität. Wenn die Herren (Magnaten) sich zuviel Macht anmassten, griffen die Bauern in den Gemeinden zu Waffe und Fahne ("Fähnlilupf") um dafür zu schauen, dass ein Gerichtsverfahren wieder für gerechte Verhältnisse sorgte.

1622 wurde das protestantische Ardez durch den katholisch-österreichischen Feldherr Baldiron dem Erdboden gleichgemacht. 1652 kauften sich die Ardezer von Österreich los. Seit 1854 ist Ardez eine politische Gemeinde.
Der Übertritt zur Reformation erfolgte 1538. Zur alten Pfarrei Ardez gehörten mit Tauf- und Begräbnisrecht neben Ardez auch Guarda, Lavin, Susch sowie Galtür. Die Einwohner von Galtür begruben ihre Toten im Friedhof von Ardez. Im Winter - wenn der Futschölpass nicht begehbar war – vergruben sie die Toten im Schnee und brachten sie Frühling nach Ardez.

Ardez wurde 1975 als Pilotgemeinde des Europäischen Jahres für Denkmalpflege zusammen mit Corippo, Murten und Martigny VS als Musterdorf mit beispielhafter Restaurierung ("Réalisation Exemplaire") ausgewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Seit 1622 fast unverändertes Dorfbild mit vielen schönen Engadiner Häusern
Evangelische Kirche 1576-77 erbaut, im 12. Jh. erstmals erwähnt
Ruine des Ruine Steinsberg|Schlosses Steinsberg
Plantaturm (südlicher Dorfteil), zuletzt Kreisgefängnis und Hirtenunterkunft
La Foura Chagnoula, eine Höhle als Tierfriedhof
Ruine des Passantenhauses und Postgebäudes Chanoua am alten Verkehrsweg nach Ftan.

Wirtschaft und Infrastruktur


Im 16. Jh. hatten die Ardezer ein Verteilungssystem für ihre Alpwirtschaft entwickelt. Gruppen von benachbarten Häusern teilten eine Alp. Alle sieben Jahre wurde die Anzahl Stoss|Alp-Stösse pro Quartier angepasst, um eine Überweidung zu verhindern. Alle 28 Jahre wurden die Alpen unter den Quartieren neu verteilt.

Heute ist die Landwirtschaft mit 2 Bio-Höfen vertreten. Der Dienstleistungssektor mit einem Architekturbüro, den Hotel und Restaurants Aurora und Alvetern und einer Anzahl Ferienwohnungen.
Ardez ist Ausgangsort vieler Wanderungen in die Umgebung. Die nächstgelegenen Skigebiete sind in Ftan und auf Motta Naluns in Scuol, das ca. 10 Kilometer von Ardez entfernt ist.

Bekannte Persönlichkeiten


Vertreter der Ardezer Geschlechter Planta-Wildenberg-Steinsberg, Cazin, Gulfin und Von Zun bekleideten hohe Ämter (Podestà) im Veltlin und Chiavenna.
Rudolf Alex von Planta, Stifter der landwirtschaftlichen Schule Plantahof in Landquart

Literatur


J. Claglüna, Ardez Gemeindechronik, Selbstverlag Chesa Solena, Pontresina, 1985
Bericht zur Réalisation exemplaire Ardez 1975-85, Stiftung Pro Ardez, 1986


Weblinks




Bild:Ardez02.JPG|Adam und Eva Haus
Bild:Ardez03.JPG|Via Maistra mit Schloss Steinsberg
Bild:Ardez04.JPG|Plantaturm
Bild:Ardez05.JPG|Evangelische Kirche
Bild:Bos-cha Dorfplatz.jpg|Dorfplatz von Bos-cha

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